Aluminium in Kosmetik

Es ist nichts Neues, dass Aluminium in Kosmetik vorkommt. Doch wie wirkt sich dieses Aluminium auf den Körper aus? Ist es schädlich oder gesundheitlich unbedenklich? Wir klären in diesem Artikel auf. 

INHALTSVERZEICHNIS

Immer wieder hört man von gefährlichen Aluminium in Kosmetika. Vor allem bei Deodorants wird seit vielen Jahren darauf hingewiesen, wie gefährlich die Nutzung mit dem Metall sei. Aber warum genau sollte man unbedingt auf Aluminium in Kosmetik verzichten?

Das leichte Metall befindet sich nicht nur in Deos, sondern in vielen alltäglichen Produkten. So wird Aluminium im Baugewerbe verwendet, bei Verpackungen und Medikamenten. Das Allroundtalent ist ebenso Bestandteil von Hautcremes, Sonnenschutz und Make-Up. Mittlerweile kann man jedoch aluminiumfreie Kosmetika kaufen, welche ohne den potenziell gefährlichen Stoff auskommen. Doch dabei ist auch nicht jedes Aluminium gefährlich.

Dieser Guide soll helfen, den Mythos des Aluminiums in Kosmetika besser zu verstehen.

Was ist Aluminium?

Aluminium ist ein häufig vorkommendes Metall. Durch die Leichtigkeit und geringe Anfälligkeit, wird es in vielen Branchen vielseitig eingesetzt. Aluminium ist das dritthäufigste Element der Erde, allerdings nicht einfach abzubauen. Meistens ist es chemisch mit anderen Stoffen verbunden. 

Ein Abbau des Metalls lohnt sich nur, wenn man auf eine Bauxit-Quelle stößt. Das ist ein Aluminium-Erz, welches Aluminium enthält. Vor allem in Australien, China und Brasilien wird Bauxit abgebaut.

Wofür wird Aluminium verwendet?

Durch die besonderen Eigenschaften wird Aluminium zu einem praktischen Metall, welches man überall finden kann. Die Vorteile: Es lässt sich in jede Form verbiegen. Das Metall ist leicht und korrosionsbeständig, was es besonders lange haltbar macht. Außerdem ist Aluminium deutlich kostengünstiger als andere Metallarten.

Baugewerbe

Durch die hohe Langlebigkeit ist Aluminium im Baugewerbe beliebt. Auch ökologisch gesehen bietet das Metall erhebliche Vorteile. Mittlerweile findet sich Aluminum in Wärmetauschern und in Solar- und Windenergieanlagen. Aber auch beim Häuserbau lässt sich der Stoff aufgrund der nicht brennbaren Eigenschaft finden. 

Man findet das Metall in Fenstern, Fassaden, Türen, Wintergärten, Sonnenschutzeinrichtungen, Duschkabinen, Griffen und im Blitzableiter.

Transport- und Verkehrswesen

Ähnlich vielseitig einsetzbar ist Aluminium auch im Transport- und Verkehrswesen. Da das Metall sehr leicht ist, sinken die Betriebskosten und Nutzlast. Aluminium lässt sich bei Autos unter anderem in der Karosserie, im Fahrwerk, Motorblock, Türen, Felgen und in Lacken finden. Aber auch Fahrräder, Motorräder, Segelboote, Schienenfahrzeuge und Flugzeuge weisen Bauteile aus Aluminium auf.

Verpackungen (Lebensmittelbranche)

An einer Aluminium-Verpackung kommt man heutzutage kaum noch herum. Schließlich sind die positiven Eigenschaften des Metalls auch im Verpackungswesen gerne gesehen. So ist Aluminium leicht, hält dicht, hat keinen Eigengeschmack, hält Hitze und Kälte gut aus und verhindert das Eindringen von Licht. Durch das Einpacken in Aluminium halten sich viele Lebensmittel beim Transport länger. Besonderes häufig zu finden ist Aluminium bei Schokolade, Saucen, Fruchtsäfte, Getränkedosen, Haushaltsfolie, Joghurt, Kaffeekapseln oder Grillschalen.

Maschinenbau und Elektronik

Roboter und Handling-Geräte werden aus dem leichten Stoff gebaut. Dadurch wird ihre Präzision und ihre eigene Beweglichkeit deutlich gesteigert. Auch Maschinenelemente werden aus Aluminium hergestellt. Die Leichtigkeit des Stoffes und die Langlebigkeit sorgen für einen einfachen Umgang. Eine weitere Eigenschaft: Das Metall ist nicht magnetisch – besonders wichtig in der Elektrotechnik und im Maschinenbau.

Medikamente

In einigen rezeptfreien Medikamenten lassen sich Aluminiumverbindungen finden. Meist sind die Medikamente gegen Sodbrennen oder ähnlichen Magenbeschwerden. Besonders häufig ist Aluminium in der Verpackung von Medikamenten. Die Präparate sind meist wenig Licht- oder Wasserstabil. Eine dicht verschlossene Verpackung schützt so die Medikamente vor dem Verderben.

Aluminium in Kosmetikprodukten

Vor allem in den letzten Jahren wurde vor Aluminium in Kosmetik gewarnt. Dabei sollte zumindest bei Deos zwischen einem klassischen Deospray und einem Antitranspirant unterschieden werden. Auch wenn die Dose eines Deos aus Aluminium besteht, ist in einem klassischen Deo kein Aluminium und auch kein Aluminiumsalz enthalten.

Antitranspirante dagegen enthalten Aluminiumsalze, die das Schwitzen bewusst stoppen sollen. Aluminiumsalz Aluminiumchlorohydrat (ACH) ist, im Gegensatz zu Aluminium, kein natürlicher Stoff. Stattdessen ist es eine eine wasserlösliche Verbindung, die aus Aluminium gewonnen wird. 

Aluminium lässt sich nicht nur in Deo-Sprays finden, sondern auch in Sonnencreme. Hersteller nutzen den Stoff vor allem als Stabilisator.

Ist Aluminium schädlich für den Körper?

Ob Aluminium für den Körper schädlich ist, ist umstritten. Immer wieder hört man von Aluminium in Kosmetik in Verbindung mit erhöhter Krebswahrscheinlichkeit und Alzheimer. Durch den täglichen Kontakt mit Aluminium nimmt auch der Körper den Stoff auf. Bei gesunden Menschen ist das normalerweise kein Problem, denn die kleinen Aluminiumbestandteile werden über die Nieren abgebaut. 

Dennoch kann es zu Ansammlungen des Metalls kommen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt daher vor der Nutzung von Kochgeschirr mit Aluminium.

Doch auch von den Aluminiumsalzen in den Antitranspirants geht eine Gefahr aus – vor allem nach der Rasur der Achseln. Bei der Rasur können kleine Schnitte die Haut verletzen. Eingesprüht mit dem Deospray, kann das aluminiumsalzhaltige Deo die Poren verstopfen. Es drohen Juckreiz und Entzündungen.

Neue Studien zeigen, dass es einen Zusammenhang zwischen Aluminium und der Entstehung von Brustkrebs und Alzheimer gibt. So wurde in den Lymphknoten und im Tumorgewebe von Brustkrebspatienten und im Gehirn bei Alzheimerpatienten eine unnatürlich hohe Aluminium festgestellt. Die Universität Genf veröffentlichte 2012 eine Studie, dass Aluminiumsalze die Körperzellen verändern können. 

Für das Bundesinstitut für Risikobewertung ist das jedoch nicht ausreichend und sieht keinen wissenschaftlich bewiesenen kausalen Zusammenhang zwischen Aluminium in Kosmetik bei der Entstehung von Krankheiten.

Wie findet man Aluminium in der INCI-Liste?

Schaut man sich die Herstellerangaben auf der Rückseite genau an, kann leicht herausgefunden werden, ob sich in dem Produkt Aluminium befindet. Die meisten Bezeichnungen von Aluminum erkennt man schon am Namen.

Bei Deos lassen sich meist die synthetischen Stoffe Aluminium Chloride oder Aluminium Chlorhydrate finden. Es sollte aber auch auf Aluminium Stearate, Aluminium Powder oder Aluminium Zirconium Tetrachlorohydrex geachtet werden. Wird dagegen Aluminium als Farbstoff eingesetzt, wird dieser mit dem Kürzel CI77000 oder E173 bezeichnet.

Nicht gefährlich dagegen sind Alaune. Alaune ist ein Doppelsalz von Kalium und Aluminium und kommt in der Natur in Mineralform vor. Die Alaune, die Hersteller auf ihren Produkten als Potassium Alum oder Ammonium Alum angeben, kommen auch in Naturkosmetik vor und gelten als ungefährlich. Die Alaune sind chemisch inert. Das bedeutet, dass sie kein Aluminium abspalten, welches vom Körper aufgenommen werden kann. Gleiches gilt für Calcium Aluminium Borosilicate und Aluminiumstearate.

In welchen Kosmetika ist besonders viel Aluminium enthalten?

Aluminum in Kosmetik ist sehr häufig. Vor allem in Antitranspirante werden potenziell schädliche Aluminiumsalze von den Herstellern verwendet. Aber auch Sonnenschutzmittel weisen häufig Aluminium als Inhaltsstoff auf, ebenso wie in Make-Up. So lässt sich der Stoff in Lidschatten, Nagellacken, Eyelinern und Lipgloss finden.

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Welche Kosmetik verzichtet auf Aluminium in Produkten?

Aluminiumfreie Kosmetik zu finden ist nicht einfach, denn in den Produkten der größten Drogerie-Marken wie Maybelline oder Essence befindet sich Aluminium. Leichter wird es dagegen, wenn man gezielt Parfümerien ansteuert. Die Marken Collistar, Helena Rubenstein und Artemis verzichten auf das Metall. Die Produkte sind allerdings auch preisintensiv. 

Günstiger ist hier Naturkosmetik, die kein problematisches Aluminium enthalten dürfen.

Aluminiumfreie Kosmetikprodukte

In Bio- oder Naturkosmetik darf kein synthetisches und gesundheitlich bedenkliches Aluminium verarbeitet werden. In der Drogerie können die Produkte der Marken

Dr. Scheller
Greendoor
Lavera
Weleda
Fusswohl
Hello Nature
Speick
Alverde

ohne bedenken verwendet werden.

Allerdings ist „Naturkosmetik“ kein geschützter Begriff. Daher sollte auch immer ein Blick auf die INCI-Liste geworfen werden. Gewisse Labels dienen als Indikator dafür, dass es sich wirklich um Naturkosmetik handelt.

Aluminiumfreies Deo

Bei den Deodorants verhält es sich ähnlich wie bei der aluminiumfreien Kosmetika. Auch wenn in normalen Deos kein Aluminium enthalten sein müsste, sind diese oftmals auf der INCI-Liste aufgeführt. Ein Blick auf die Rückseite des Produkts sollte daher essenziell sein.

Aluminiumfreie Deos lassen sich bei Weleda, Ben & Anna, Farfalla, Logona, Dr. Hauschka, Primavera, Lavera, Alverde, Alterra und Sante finden. Aber auch Balea Med, Dove und Nivea bieten aluminiumfreie Deos an. Meist steht dies deutlich auf der Vorderseite der Verpackung drauf. 

Doch auch hier sollte vorsichtshalber die INCI-Liste genau betrachtet werden.

Aluminiumfreies Make-Up

Das Kaufen von aluminiumfreien Make-Up ist möglich, wenn man sich auf Naturkosmetikmarken fokussiert. In der Drogerie sind das vor allem Alverde bei DM und Alterra bei Rossmann. Aber auch manche Marken, die sich in Parfümerien finden lassen, sind frei von Aluminium. Dazu gehören: Und Gretel, Mádara, Lavera, Dr. Hauschka und Inika. Doch auch hier gilt: 100 Prozent sicher wird es dann, wenn man sich auf der Verpackung ganz genau die INCI-Liste anschaut.

Aluminiumfreie Zahnpasta

Nicht nur in Deos lassen sich gerne eine höhere Menge von Aluminum finden, auch in Zahnpasta. Dabei ist es vor allem der Farbstoff Aluminium Powder (CI77000), der zum Einsatz kommt. Vor allem bei Whitening-Zahnpasten lässt sich eine beunruhigende Menge an Aluminium finden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung gibt eine Aluminiumkonzentration von bis zu 4,5 Prozent bei aufhellenden Zahnpasten an.

Aluminiumfreie Zahnpasta lässt sich leicht finden. Wie Hersteller angeben, seien folgende Produkte aluminiumfrei:

Eurodont von Aldi Nord, Friscodent von Aldi Süd, Budnident von Budnikowski, Colgate, Aronal, Meridol, Perlodent, Putzi, Rot-Weiss, Ajona, Aminomed, Pearls & Dents, Biorepair, Karex, Dentamax von Edeka, Theramed, Dentalux von Lidl, Today Dent bei Rewe und Penny, Mentadent, Signal und Zendium.

 

Dagegen stehen diverse Zahnpasten aus der Drogerie und dem Supermarkt, die Aluminium enthalten. Einteilen lassen sich diese in Zahnpasten mit Kräuter und Zahnpasten zur Aufhellung.

Kräuter

In der „el-ce med Kräuter“, sowie in der „Dontodent Zahnpasta Kräuter“ wird Aluminum verendet. Letztere enthält Alumina (Aluminiumoxid) in einer Konzentration von etwa einem Prozent. „Bevola dental Kräuter“ von Kaufland hat einen Aluminum-Anteil von 1,04 Prozent. Vor allem lässt sich Aluminum in Zahnpasten mit einer aufhellenden Wirkung finden. Das Aluminiumoxid dient dabei zur Reinigung und Aufhellen der Zähne. 

Aufhellen der Zähne

Besondere Vorsicht ist daher geboten bei der „Elmex Intensivreinigung“, der „Odol-med3 Whitening Zahnpasta“, der „Sensodyne Multicare Sanftweiss“, „Prokudent Zahncreme White Coconut“ und „Prokudent Zahncreme Brillantweiss“ (beides von Rossmann). 

Geringe Mengen von Aluminum in Form von Silica und Mica lassen sich in den Zahnpasten von Oral-B und blend-a-med finden. In diesem Fall ist das Aluminium in den beiden Stoffen gebunden und kann so nicht vom Körper aufgenommen werden. 

Keine Sorgen muss man sich bei Zahnpastatuben aus Aluminum machen. Diese sind durch eine Beschichtung geschützt.

Ist Aluminium schädlich für die Umwelt?

Aluminum wird aus Bauxit abgetragen. An vielen Orten muss dafür wichtiger Ur- und Regenwald abgeholzt werden. Bei dem Abbau von Aluminium entsteht das Abfallprodukt Rotschlamm. Dieses besteht aus giftigen Chemikalien wie Blei und weiteren Schwermetallen und kann nicht weiterverarbeitet werden. Bei der Herstellung von einer Tonne Aluminium entstehen drei Tonnen Rotschlamm. 

Diese werden entweder deponiert oder einfach in Flüsse und Seen abgeladen – mit verheerenden gesundheitlichen Folgen für Mensch und Tier.

Das nach dem Abbau erfolgte Elektrolyseverfahren ist sehr energieaufwendig. Für die Herstellung einer Tonne Primäraluminium sind rund 15,700 kWh elektrische Energie nötig, erklärt die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. Das ist soviel wie ein durchschnittlicher Zwei-Personenhaushalt in Deutschland in etwa viereinhalb Jahren verbraucht. 

Kein Wunder, dass sich das auch auf das Klima auswirkt: Nach der Berechnung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe soll der Aluminium-Abbau rund ein Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verursachen.

Fazit: Aluminium in Kosmetik und deren Auswirkungen

Die Vorteile von Aluminium für die Industrie liegen auf der Hand. Der Stoff ist leicht, hitzebeständig und vor allem günstig. Doch das Leichtmetall hat auch viele Nachteile. So weisen zumindest Studien einen Zusammenhang zwischen Brustkrebs und Alzheimer auf. Auch wenn sich um die Aussagekraft dieser Studien noch gestritten wird, lassen sich diese Ergebnisse nicht von der Hand weisen. Des Weiteren sorgt der Abbau von Aluminium für einen hohen Schaden für die Umwelt, Mensch und Tier. 

Für ein Wegwerfprodukt ist Aluminium daher viel zu wertvoll – die Nutzungsdauer einer Tube Zahnpasta oder einer Flasche Deo steht da nicht in Relation. Mittlerweile ist es einfach, in Kosmetikprodukten auf Aluminium und ihre Verbindungen zu verzichten. Dazu muss auch nicht nur auf Naturkosmetik zurückgegriffen werden, denn viele Markenhersteller verzichten bereits auf Aluminum. Schon ein kleiner Blick auf die INCI-Liste zeigt: 

Es kann auch ohne Aluminium in Kosmetik im Alltag gehen.

Samira Dalnodar

Samira Dalnodar

Samira Dalnodar ist Gründerin und Inhaberin vom Seelenwellness Kosmetikstudio in München. Als diplomierte ganzheitliche Kosmetikerin ist es ihr Ziel, Menschen dabei zu unterstützen, das Erscheinungsbild ihrer Haut zu optimieren und dieses auf natürliche Art und Weise zu pflegen, straff, prall und gesund aussehen zu lassen. Dabei nimmt sie kein Blatt vor dem Mund und geht jedem Thema auf den Grund.

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